Ratgeber • 17. Februar 2026 • 9–11 Min. Lesezeit

Bestandspläne CAD / DWG Umbau & Sanierung Bewirtschaftung

Bestandspläne digitalisieren

Wer bestehende Gebäude umbauen, vermarkten oder professionell bewirtschaften will, braucht verlässliche Bestandsunterlagen. Dieser Artikel zeigt, wie analoge Bestandspläne in präzise CAD-Daten überführt werden, welche Genauigkeit realistisch ist, welche Unterlagen Sie idealerweise liefern – und warum sich dieser Schritt langfristig auszahlt.

Bestandspläne digitalisieren

Warum Bestandspläne zentral sind

Bestandspläne sind die Grundlage für praktisch jede Entscheidung am bestehenden Objekt: für Umbauten, Sanierungen, Mieterwechsel, Flächenberechnungen, Baueingaben, Ausschreibungen oder die laufende Bewirtschaftung. Fehlen exakte Masse, Öffnungen, Raumgeometrien oder Bauteilinformationen, entstehen schnell Rückfragen, Nachträge und Verzögerungen – im schlimmsten Fall werden Entscheidungen auf Basis falscher Annahmen getroffen.

Gerade bei älteren Liegenschaften sind Papierpläne häufig unvollständig, überarbeitet, schlecht lesbar oder nicht mehr konsistent mit dem Ist-Zustand. Eine saubere Digitalisierung schafft eine einheitliche, editierbare Datengrundlage, die Projektbeteiligte zuverlässig nutzen können – vom Asset Management über die Planung bis zur Ausführung.

Kurz gesagt

Digitale Bestandspläne machen bestehende Gebäude planbar, dokumentierbar und anschlussfähig für weitere Planungsphasen – und reduzieren das Risiko von Planungsfehlern und teuren Nachträgen.

Typische Einsatzbereiche

Digitale Bestandspläne sind nicht nur „für den Umbau“ relevant. In der Praxis werden sie in ganz unterschiedlichen Situationen gebraucht – oft kurzfristig und unter Zeitdruck.

  • Umbauten und Sanierungen im Wohn- und Gewerbebereich (Grundriss- und Bauteilabklärungen)
  • Baueingaben und behördliche Nachweise (Pläne, Flächen, Höhen, Schnitte)
  • Ausführungsplanung und Submission (saubere Grundlage für Detailplanung und Mengen)
  • Vermarktung von Objekten (Verkauf/Vermietung, Exposés, Flächenangaben, Grundrisslayouts)
  • Bewirtschaftung & Facility Management (Raumbücher, Nutzflächen, Dokumentation)
  • Portfolio- und Asset-Management (Vergleichbarkeit, standardisierte Daten)
  • Vorbereitung für BIM / 3D (3D-Modellierung, IFC, Kollisionsprüfung)

Welche Unterlagen eignen sich – und was wir benötigen

Je besser die Ausgangslage, desto schneller und genauer ist das Ergebnis. Grundsätzlich können viele Vorlagen verarbeitet werden – entscheidend ist, wie verlässlich die Informationen sind.

Gute Ausgangslagen

  • PDF-Pläne aus früheren Planungsphasen (mit Massketten, Massstab, Datum, Planstand)
  • Saubere Scans von Papierplänen (möglichst gerade, ohne Schatten, in hoher Auflösung)
  • CAD-Dateien (DWG/DXF) – selbst wenn sie alt sind, helfen sie als Startpunkt
  • Skizzen + einzelne Referenzmasse (für Plausibilitätsprüfung)

Häufige Herausforderungen

  • Pläne stimmen nicht mit Umbauten oder dem Ist-Zustand überein
  • Fehlende Massangaben, unklare Beschriftungen, handschriftliche Korrekturen
  • Verzerrte Scans oder Fotos (perspektivisch, schief, mit Linsenverzeichnung)
  • Unterschiedliche Planstände je Geschoss oder Gebäudeteil

Tipp: Wenn Sie uns zusätzlich 1–3 Referenzmasse pro Plan (z. B. Raumlänge, Achsmass, Treppenhausbreite) liefern, lässt sich die Plausibilität deutlich besser absichern.

Ablauf der Digitalisierung

Der genaue Prozess hängt vom Projekt ab – der Grundablauf ist jedoch ähnlich. Ziel ist immer ein Planstand, der nicht nur „schön gezeichnet“, sondern fachlich belastbar und in der Praxis weiterverwendbar ist.

1. Sichtung und Voranalyse

Ausgangspunkt sind Papierpläne, Scans, PDFs oder Fotos. Wir prüfen, welche Informationen zuverlässig nutzbar sind, ob Planstände konsistent sind und wo Plausibilitätsabklärungen nötig werden. Dabei klären wir auch, welcher Detaillierungsgrad sinnvoll ist (z. B. nur Grundrisse vs. zusätzlich Schnitte/Ansichten).

2. Aufbereitung (Scan, Entzerrung, Referenzierung)

Falls nötig werden Vorlagen aufbereitet: Scans werden optimiert, Bildverzerrungen reduziert und der Plan wird anhand von Referenzmassen oder bekannten Rastermassen skaliert. So entsteht eine belastbare Basis für die CAD-Neuzeichnung.

3. CAD-Neuzeichnung und Strukturierung

Relevante Inhalte werden strukturiert in CAD neu aufgebaut. Dazu gehören je nach Umfang:

  • Wände, Pfeiler, Schächte, Treppen
  • Öffnungen (Türen/Fenster) inkl. Schwenkrichtungen/Symbolik
  • Raumnamen, Nummerierung, Nutzungen
  • Bemassung, Achsen, Höhenkoten (falls vorhanden/gewünscht)
  • Legenden, Planrahmen, Nordpfeil, Massstab

Gleichzeitig werden die Inhalte in eine saubere Layer-/Ebenenlogik überführt. Das ist entscheidend, damit Planer:innen, FM-Teams oder Fachplanungen effizient weiterarbeiten können.

4. Qualitätssicherung und Plausibilitätscheck

Vor der Übergabe werden Planstände fachlich geprüft: Massketten, Konsistenz der Geometrie, Schliessungen von Flächen, Lesbarkeit und Layerstruktur. Wenn Referenzmasse vorhanden sind, werden diese gegengeprüft. Ziel ist nicht nur „digital“, sondern technisch brauchbar.

5. Übergabe, Dokumentation und Weiterarbeit

Je nach Bedarf erhalten Sie DWG/DXF, PDF oder weitere Formate – mit klarer Benennung (Objekt, Geschoss, Planstand, Datum). Damit kann Ihr Planungsteam direkt weiterarbeiten, statt wieder bei null zu starten.

Genauigkeit und Detaillierungsgrad: Was ist realistisch?

Eine häufige Frage lautet: „Wie genau sind digitalisierte Pläne?“ Die Antwort hängt von zwei Faktoren ab: Qualität der Vorlage und gewünschter Detaillierungsgrad.

  • Vorlagenbasiert (Papier/PDF): Die Genauigkeit entspricht in der Regel der Planqualität – inkl. damaliger Toleranzen, Umbauten und möglicher Verzerrungen beim Scan.
  • Mit Referenzmassen: Plausibilitäten können deutlich besser abgesichert werden (Skalierung, Verzerrungen, Rundungen).
  • Mit zusätzlicher Vermessung / Aufmass: Höchste Verlässlichkeit für komplexe Umbauten (optional, projektabhängig).

Wichtig: Wenn exakte Ist-Masse für den Bau entscheidend sind, empfehlen sich ergänzende Aufnahmen (z. B. punktuell) – besonders bei älteren Beständen, verwinkelten Grundrissen oder mehrfach umgebauten Liegenschaften.

Welche Formate sinnvoll sind

In der Praxis haben sich folgende Übergabeformate bewährt – je nachdem, wer damit weiterarbeitet:

  • DWG / DXF für die technische Weiterbearbeitung in CAD
  • PDF für Freigaben, Kommunikation und Dokumentation
  • JPG / TIFF für visuelle Kommunikation (Exposé, Übersichten)
  • IFC bei BIM-orientierten Projekten bzw. Schnittstellen zu 3D

Häufig ist eine Kombination sinnvoll: DWG für Planung + PDF für Abstimmung. So sind alle Stakeholder abgedeckt – auch ohne CAD-Software.

Worauf bei der Qualität zu achten ist

Nicht jeder „digitalisierte Plan“ ist automatisch brauchbar. Der Mehrwert entsteht erst, wenn Struktur, Inhalt und Prüfbarkeit stimmen.

  • Klare Layer-Struktur statt „alles auf einer Ebene“ (z. B. Wände/Öffnungen/Mobiliar/Bemassung getrennt)
  • Plausible und prüfbare Massangaben (Massketten, Referenzpunkte)
  • Saubere Symbolik (Türen/Fenster, Treppen, Sanitärobjekte – konsistent über alle Geschosse)
  • Lesbare Beschriftungen (Textgrössen, klare Raumbezeichnungen, keine Überlagerungen)
  • Konsequente Benennung von Planständen (Versionierung, Datum, Geschoss, Gebäudeteil)
  • Flächenlogik (geschlossene Raumkonturen, nachvollziehbare Flächenberechnung)

Gute Bestandspläne sind nicht nur hübsch dargestellt, sondern im Alltag nachvollziehbar – und sparen bei jeder Weiterverwendung Zeit.

Von 2D zu 3D/BIM: Wann lohnt sich der nächste Schritt?

Wer wiederkehrend plant, mehrere Objekte bewirtschaftet oder komplexe Projekte steuert, profitiert oft von 3D oder BIM-nahen Grundlagen. Digitale 2D-Bestandspläne sind dafür der wichtigste Einstieg.

  • 3D-Modell für Visualisierung, Variantenstudien und Koordination
  • BIM/IFC für Kollisionsprüfung, Datenübergaben und strukturierte Bauteilinformationen
  • FM-Nutzung für Räume, Assets, Wartungsinformationen (abhängig vom System)

Tipp: Wenn BIM perspektivisch relevant ist, lohnt es sich, schon bei der 2D-Digitalisierung auf saubere Strukturierung und eindeutige Raum-/Bauteil-Logik zu achten.

Kosten und Zeitrahmen

Der Aufwand hängt vom Umfang der Unterlagen, Objektgrösse, Anzahl Geschosse und gewünschtem Detaillierungsgrad ab. Auch die Qualität der Vorlagen spielt eine grosse Rolle: Saubere PDFs sind deutlich schneller umzusetzen als verzerrte Fotos oder uneinheitliche Altplanstände.

Als grobe Orientierung gilt: kleinere Pakete sind oft in wenigen Werktagen realisierbar, komplexe Liegenschaften benötigen eine abgestufte Planung (z. B. zuerst Grundrisse, danach Schnitte). Für eine seriöse Offerte empfiehlt sich eine kurze Voranalyse Ihrer Vorlagen – so lassen sich Kosten, Lieferzeit und Ergebnisqualität realistisch definieren.

Häufige Fragen (FAQ)

Reichen Fotos von Plänen aus?

Fotos sind möglich, aber anfälliger für Verzerrungen und Schatten. Besser sind Scans oder PDF-Originale. Wenn nur Fotos verfügbar sind, helfen Referenzmasse und möglichst frontale, gleichmässig beleuchtete Aufnahmen.

Erhalten wir eine einheitliche Layer-Struktur?

Ja – eine saubere Layer-/Ebenenlogik ist zentral, damit Ihr Team effizient weiterarbeiten kann. Auf Wunsch orientieren wir uns an Ihren CAD-Standards.

Kann man einzelne Geschosse zuerst digitalisieren?

Ja. Viele Projekte starten mit den wichtigsten Geschossen oder Nutzungseinheiten. Das reduziert initiale Kosten und ermöglicht schnelle Weiterarbeit, während weitere Planstände nachgezogen werden.

Ist eine Flächenberechnung möglich?

Wenn Raumkonturen sauber geschlossen sind, können Flächen aus dem CAD abgeleitet werden. Welche Flächenstandardisierung (z. B. nach interner Definition) angewendet wird, sollte vorab festgelegt werden.

Unverbindliche Offerte

Senden Sie uns Ihre Bestandsunterlagen. Sie erhalten eine klare Einschätzung zu Aufwand, Lieferzeit, Genauigkeit (abhängig von der Vorlage) und dem geeigneten Datenformat – inkl. Empfehlung, ob Referenzmasse oder ergänzende Aufnahmen sinnvoll sind.

Für Details zu Pläne digitalisieren Preise finden Sie hier den passenden Ratgeber: Kostenübersicht.

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